„Elektronenvernetzte Kunststoffleitungen sind stabil und absolut unbedenklich.“

Statement von Dr. Andreas Ostrowicki, Geschäftsführer der BGS Beta-Gamma-Service GmbH & Co. KG

Wiehl, 01. Juni 2016: Wenn es um das Thema Sicherheit in der Wasserversorgung geht, wird seit einigen Jahren auch immer häufiger über die Qualität und das Material der Rohre diskutiert, die das Wasser zum Verbraucher bringen. Aufgrund ihrer hervorragenden Material- und Montageeigenschaften sind in Deutschland Rohre aus vernetztem Polyethylen (PE-X) sehr verbreitet. Jedoch werden immer wieder Vermutungen geäußert, dass diese gesundheitsgefährdend sein könnten: Es wird befürchtet, dass bedenkliche Substanzen aus dem behandelten Kunststoff austreten und das Wasser kontaminieren. Dr. Ostrowicki, Geschäftsführer des deutschen Marktführers für Strahlenvernetzung, bringt Klarheit in die sehr allgemein geführte Diskussion:

„PE-X steht für „crosslinked polyethylene“, die internationale und DIN-gerechte Bezeichnung für vernetztes Polyethylen. Es gibt verschiedene Verfahren, die Moleküle innerhalb von Kunststoffen zu vernetzen, damit sie höheren Temperaturen und Druckbelastungen besser standhalten und eine längere Haltbarkeit aufweisen. In der Behandlung von Kunststoffrohren bestehen diesbezüglich große Unterschiede, die letztendlich entscheidend für Eigenschaft und Sicherheit sind.

Drei Arten von PE-X Rohren werden unterschieden: PE-Xa sowie PE-Xb werden durch chemische Verfahren hergestellt. PE-Xc-Rohre werden dagegen auf rein physikalischem Weg durch beschleunigte Elektronen vernetzt. Zusammen bilden diese einen wichtigen Teil des Marktes für Kunststoffrohre im Sanitär- und Heizungsbereich, entweder als PE-X-Rohre, Mehrschicht- oder Metall-Verbundrohre. PE-Xb wird beispielsweise in einem zweistufigen Verfahren vernetzt: Wie das Wissensportal des Kunststoffrohrverbands (KRV) ausführt, wird das Polyethylen in einem ersten Schritt mit mehreren Chemikalien wie Vinyltrialkoxysilanen, organischen Peroxiden und weiteren Substanzen modifiziert. In einem zweiten Schritt wird das fertige Rohr unter Einwirkung von Temperatur, Druck, Feuchtigkeit und zinnorganischen Verbindungen wie zum Beispiel Dioctylzinndilaurat (DOTL) als Katalysator vernetzt.

Insbesondere für letztere gelten aufgrund ihrer immunschädlichen Wirkungen bereits umfangreiche Beschränkungen für den Einsatz in Verbraucherprodukten seitens der Europäischen Kommission und des Umwelt-Bundesamtes (UBA). Ebenfalls hinterlassen organische Peroxide, die bei der Vernetzung von PE-Xa-Rohren verwendet werden, Rückstände – wie zum Beispiel Methyl-tert-Butylether (MTBE). Bei beiden chemischen Verfahren ist daher eine aufwändige Nachreinigung der Rohre erforderlich, da es sonst zu einer Kontamination des Trinkwassers mit Rückständen aus der Vernetzungsreaktion kommen kann.

PE-Xc Rohre werden hingegen auf physikalischem Wege mit beschleunigten Elektronen und ohne den Einsatz von Chemikalien vernetzt. Der Einsatz dieser Rohre ist für Trinkwasserleitungen in Gebäuden unbedenklich und für die Verbraucher absolut sicher. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist, dass die Eigenschaften des Produkts direkt nach der Behandlung feststehen und sofort einsatzbereit sind. Der entscheidende Unterschied ist an dem kleinen Buchstaben hinter der Bezeichnung PE-X schnell erkennbar: Die durch den Zusatz von Chemikalien hergestellten Rohre heißen PE-Xa und PE-Xb, die im physikalischen Verfahren vernetzten heißen PE-Xc.“

Seit 1981 bietet die BGS Beta-Gamma-Service GmbH & Co. KG industrielle Dienstleistungen mit beschleunigten Elektronen an und gehört damit zu den Pionieren der Branche. Das mittelständische Unternehmen ist spezialisierter Anbieter und HiddenChampion auf dem Gebiet der Kunststoffveredelung durch Strahlenvernetzung sowie der Strahlensterilisation von sensiblen Gütern wie Medizinprodukten, In-Vitro-Diagnostika oder Verbrauchsmaterialien für Labor und Biotechnologie. Als unabhängiges, mittelständisches Unternehmen zählt BGS in Deutschland zu den Marktführern der Bestrahlungstechnik.